Soweit wir wissen, ist mindestens seit der Wiederaufbau nach dem Krieg das Hauses am Ubierring 19 eine Gaststätte. Anfangs eine gut bürgerliche Lokalität, wurde die Qualität der Gaststätte mit der Zeit immer schlechter. Vor Mitte der 70er Jahre übernahmen Reiner und Ernie die "Ubierschänke" und machten aus ihr eine der damals beliebtesten Szenekneipen der Kölner Südstadt. Während im Stollwerk der Hauskampf tobte, kümmerte sich Reiner vor allem um Jazzmusik und Liveauftritte. Die Ubierschänke erhielt eine kleine Bühne, eine recht begrenzte Konzession von der Stadt und machte sich als Jazzkneipe einen guten Namen.
Ernie betrieb die "Schänke" alleine weiter bis Ende 1997.

Im Dezember 1997übernahmen Günter Zabel, Roger Leinhardt, Andreas Kaiser und Detlef Weisweiler die Ubierschänke. Vor 2002 "stieg" Conny Sigel noch ein. Conny - ein alter Freund von Günter und Detlef aus der Jugenzeit - war auch Mitbegründer des Alcazars, bevor er sich, zusammen mit Clemens Böll zurückzog und das legendäre TingelTangel /Moulin Rouge übernahm.
Es geht das Gerücht, Günter Zabel wurde es in seinem Alcazar zu voll, um dort regelmässig Doppelkopf spielen zu können. Da er sein halbes Leben schon in der Südstadt wohnt, wollter er unbedingt auch dort eine Kneipe haben, um mit Freunden ungestört Doppelkopf spielen zu können. Was lag da näher als eine eigene Kneipe zu übernehmen.
Andreas, in seinen besten Jahren Fussballer bei Fortuna Düsseldorf (sorry Köln), wollte den Schwerpunkt der Kneipe auf Sport, vor allem auf Fussball legen.
Roger war alter Jazzfan und träumte von einer Jazzkneipe mit Livemusik. Detlef, mehr auf Rock- als auf Jazzmusik orientiert, dachte eher an Blues, Pop und Rock.
Der regelmäßigen Livemusic machte einerseits die Stammkundschaft - ihr wurde das zu viel - andererseits aber die Nachbarschaft und die Kölner Ordungsbehörden einen Strich durch die Rechnung. Der Kölsche Klüngel war eben gegen uns. So mussten wir leider die Kultur in der Kneipe auf ein Mindestmaß beschränken. Andererseits fanden die regelmässigen Fernsehübertragungen von Fussball, Formel 1-Rennen, Boxen, Eishockey usw. immer mehr Zuspruch bei unseren Gästen. Unser "ehrenamtlicher Mitarbeiter" Hütchen-Wolfgang hat an dieser Entwicklung einen sehr großen Anteil. Danke Wolfgang.

In der Südstadt, in den 70er und 80er Jahren Szenehöhepunkt der Kölner Kneipenlandschaft, ist es in den letzten Jahren erheblich ruhiger geworden. Erst eroberten die Imis aus Bergheim und Bergisch Gladbach die Südstadt, blockierten alle Parkplätze und "vertreiben" die Südstädtler. Auch einige der Kneipenwirte der Südstadt sahen "das schnelle Geld", versuchten aus ihrer Kneipe einen Schicki-Micki-Laden zu machen. Der Höhepunkt war Linus im Clodwigseck, als er in den 80ern einen Türsteher aus der Ringszene vor das Clodwigseck stellte, der die alten Stammkunden in Turnschuhen nicht mehr reinliess. Paralell dazu kämpfte die BISA darum, die Südstadt in eine südliche Schlafstadt zu verwandeln. Dieselben Leute, die früher die Kneipen bis zum frühen Morgen bevölkerten, zwischenzeitlich als Lehrer verbeamtet, kämpften nun darum, dass sie für ihre Ente und ihren Campingbus genug Parkplätze zur Verfügung hatten und sorgten dafür, dass in der Südstadt zu früher Stunde die Lichter ausgehen.

Dennoch: wir sind uns sicher, die Südstadt kommt wieder!!!! ..... und die Schänke bleibt, wie sie ist!!!! ..... nix mit renovieren, höchstens mal was reparieren.

Zwischenzeitlich hat die Ubierschänke in der aktuellen Bestetzung die ersten 10 Jahre geschafft!! Die Kneipe ist ein echtes Stück Köln und vor allem der Südstadt.

Bilder über das Treiben in der Ubierschänke gibt es hier!